Die Assistentinnen von Camille Perri

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Es ist morgens meist noch frostig und so kann man ohne schlechtes Gewissen eine Runde im Bett schmökern. Ideal dazu eignet sich der amüsante Titel Die Assistentinnen von Camille Perri. Es geht dabei um die junge Tina Fontana, die durch einen Fehler im System die Reisekostenabrechnung ihres Chefs auf ihr Konto überwiesen bekommt. Was soll sie machen? Es melden ? Es behalten, in der Hoffnung, niemand wird es merken? Immerhin würde die Summe genau ihren Studienkredit decken.

Es ist wie beim Golfspielen, wenn jemand im Flight betrügt. Was soll man machen? Den Falschzähler zur Rede stellen und sich selbst und dem Flight die Runde verderben? Denn ohne Contra zu geben wird der Falschzähler nicht klein beigeben. Um des lieben Friedens Willen die Augen zudrücken? Doch was ist denn abends bei der Siegerehrung, wenn der Falschzähler siegessicher auf der Bühne steht und diejenigen, die ehrlich gespielt und gezählt haben, leer ausgehen?

Einen ähnlichen Gewissenskonflikt erlebt auch die Protagonistin des unten vorgestellten Titels. Und jetzt wünsche ich Euch viel Spaß bei Lesen und schöne Golfrunden ohne Diskussionen.

 

Inhalt:

Tina Fontana arbeitet für Robert Barlow als Assistentin in einem internationalen Medienkonzern. CEO Barlow lässt die Puppen tanzen und Tina muss Rechnungen für Geschäftsreisen begleichen, die ihr Gehalt bei weitem überschreiten. Ihr Gehalt reicht  kaum für das Leben in New York. Ganz zu schweigen von der Rückzahlung ihrer Studienkredites. Durch einen Fehler in der Buchhaltung bekommt sie 20.000 Dollar überwiesen. Für sie ein Haufen Geld, für ihren Boss sind es die berühmten „peanuts“.

Sie entscheidet sich, dafür das Geld zu behalten und setzt damit einen Kreislauf von Ereignissen in Gang, der sich atemberaubend entwickelt…

Meine Meinung:

Das Thema, das heute das Gehalt eines Jobs alleine oft nicht mehr den Lebensunterhalt ausreicht, nimmt heute immer mehr Formen an. Immer mehr Angestellte sind davon betroffen. In den USA und speziell New York ist dieses Ungleichgewicht schon lange die Regel und die Autorin nimmt ein ernstes Thema als Grundlage für ihr Erstlingswerk. Auch die horrenden Studiengebühren und die Kredite,bzw. deren Rückzahlung stellt in den Staaten vielen junge Menschen, die gerade erst ihr Berufsleben beginnen, vor große Probleme. Erschreckend gleich ist jedoch auf beiden Seiten des Atlantiks die Tatsache, dass Frauen mit einem tollen Berufsabschluss, lediglich als Assistentinnen – vollkommen überqualifiziert – eingestellt werden. Keinem Mann würde man solche einen Posten mit abgeschlossenem Studium zumuten – oder habe ich die unzähligen Assistenten in den Bürofluchten übersehen?
Der Roman greift also diese beiden durchaus ernsten Themen auf und die Autorin schreibt mit großer Selbstironie und in der Ich-Form über eine authentische Assistentin Tina. Es ist das reine Vergnügen, den Gedanken und Handlungen der liebenswerten Tina zu folgen. Dann kommt die Fehlüberweisung und Tina kann sich über einen großen Geldsegen freuen. Was hätte ich gemacht? Ganz ehrlich, es ist schwer zu sagen…
Tina entscheidet sich, das Geld zu behalten und prompt kommt ihr die erste Assistentin auf die Spur. Eine Assistentin in der selben Lage wie Tina und ehe sich Tina versieht sie eine Mitwisserin. Und damit fällt der erste Stein wie bei einem Dominospiel und die Angelegenheit zieht immer weitere Kreise. Geschickt spannt Camille Perri den Spannungsbogen von einem Desaster zum nächsten…

Fazit:

Keine schwere Weltliteratur, aber ein unterhaltsam und absolut witzig geschriebenes Buch, der Sprachwitz der Autorin blieb auch in der deutschen Übersetzung erhalten. Absolut lesenswert.

Und hier der Link zum Buch*

 

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