Frauen auf dem Rückzug?

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Vor einger Zeit stellte der Deutsche Golf Verband (DGV) die Mitgliederzahlen 2016 vor. Ein schwaches Plus von 0,5 Prozent kann der DGV verzeichnen, was angesichts allgemeiner Mitgliederrückgänge in anderen Sportarten in Deutschland  durchaus  erfreulich ist.

50.423 neue Golfer gibt es – doch leider haben auch  49.450 Mitglieder dem Golfsport den Rücken gekehrt. Diese hohe Zahl lässt sich nicht mehr mit einem natürlichen Schwund begründen, in den Altersgruppen 27-35 und 36-40 liefen die Mitglieder dem DGV buchstäblich davon. Nahezu besorgniserregend ist die Entwicklung unter den jüngeren Frauen und beim weiblichen Nachwuchs.

Golf ist bei jungen Mädchen nicht angesagt

Schon im Kindes- und Jugendalter spielen deutlich weniger Mädchen als Jungs. Von den 43.953 Kindern und Jugendlichen bis 19 Jahren sind nur 14.091 Mädchen. Anscheinend ist der Golfsport zu wenig interessant für Mädchen, denn die Jungs nehmen die vielen Möglichkeiten, Golf als Kind oder Jugendlicher zu spielen an, wie die Zahlen zeigen.

Vor allem jüngere Frauen verlassen den Golfsport

Doch am größten ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern im Alter zwischen 27 und 40 Jahren. Also eigentlich dem Alter, in dem man als Erwachsener mit dem Golfspiel beginnt, oder wieder zurückkehrt nachdem man als Jugendlicher wegen Ausbildung und Studium pausiert hat.

Während unter den jüngeren Golfern im Alter von 27-40 Jahren 62.869 Männer sind, schwingen nur 18.270 Frauen den Schläger in diesem Alter. Nicht einmal mehr ein Viertel in der Altersklasse sind Frauen. Der Gesamtanteil der weiblichen Golfspielerinnen ist in Deutschland von ehemals stolzen 40 Prozent auf magere 33 Prozent gerutscht. Eine Entwicklung, die schon vor einigen Jahren begonnen hat und sich jetzt immer dramatischer fortsetzt. Denn wenn die Frauen nicht vom Golf überzeugt sind, wer soll den Nachwuchs zum Golftrainung und Golfspiel auf dem Platz bringen? Diese Frage stellt sich seit einigen Jahren die Golfindustrie jedes Jahr beim alljährlichen Branchentreffen in den USA. Nicht nur, dass man die Frauen als die überwiegend Verantwortlichen für Kindererziehung und -betreuung sieht, die Golferin wird auch als eigener Wirtschaftsfaktor in den Proshops und Golfclubs wahrgenommen. Jeder Schlägerhersteller hat  Damenschläger im Sortiment und in Sachen Bekleidung und Golfschuhe überschlägt sich das Angebot gerade zu.

Perfektes Equipment für die Golferin

In den Boomzeiten des Golfsports in Deutschland mussten Frauen noch unter schwereren Umständen golfen lernen. Meist wurde mit dem alten Schlägersatz des Mannes oder Bruders begonnnen. Kürzere und vor allem weichere  Damenschäfte waren ein Fremdwort. Golfhandschuhe gab es für Herren, den Damen hatte die Größe „S“ zu passen. Dennoch steigen Jüngere Frauen aus dem Golfsport aus, obwohl es heute deutlich mehr Equipment gibt, welches das Golfspiel für Frauen merklich erleichtert. Leichtere Damenschläger, Golfbälle, die speziell für langsamere Schlägerkopfgeschwindkeit entwickelt wurden, stylische Golfkleidung fernab der Karos und Golfschuhe, bei denen jede Frau schwach wird. Die Golfindustrie hat ihre Aufgabe erkannt und bietet mit Ausnahme für Linkshänderinnen ein breites Sortiment für Frauen am Abschlag an. Also am Equipment kann es nicht liegen, dass immer mehr junge Frauen dem Golfsport den Rücken kehren.

 

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