Abnehmen mit glutenfreier Ernährung?

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In letzter Zeit lese ich immer öfter Beiträge von Ernährungsberaterinnen, die eine glutenfreie Ernährung sehr stark in Frage stellen und unisono behaupten, glutenfreie Ernährung sei weder gesünder noch mache sie schlank.

Das stimmt nur zum Teil, doch wie immer ist ein Körnchen Wahrheit dabei. Vor allem bei den glutenfreien Fertigprodukten wie Brötchen, Broten, Keksen und Kuchen ist der Anteil von Fett deutlich erhöht und vor allem von Zucker viel zu hoch. Alle Hersteller glutenfreier Produkte setzen auf diese Kombination, damit wohlgefälliger Geschmack und Konsistenz der Produkte erreicht wird.

Das ist das zweite Körnchen Wahrheit: Glutenfreie Fertigprodukte helfen nicht beim Abnehmen. Wer seine Ernährung in Sachen glutenfrei dahingehend umstellt, dass er nur noch glutenfreie Fertigprodukte isst, wird tatsächlich nicht abnehmen.  Aber das ist eigentlich die selbe Diskussion wie mit nicht-glutenfreien Fertigprodukten. Auch die machen weder schlank, noch sind sie  ernährungstechnisch besonders empfehlenswert.

Was aber schlank macht (für diejenigen, für die es von Bedeutung ist) ist die Tatsache, dass man sich bei der Umstellung auf Glutenfrei sehr intensiv mit Lebensmittel   auseinandersetzt. Nach meiner Umstellung brauchte ich Stunden im Supermarkt, weil ich die Inhalte der Produkte durchlas. Heute weiß ich, was ich bedenkenlos kaufen kann und trotzdem schaue ich noch mal schnell auf die Zutatenliste.

Und dennoch ist die Auseinandersetzung mit dem Trend Glutenfrei durchaus von Vorteil. So nimmt man sich als Verbraucher die Zeit und Muße, auf den Packungen die Inhaltsangaben zu lesen. Und es ist erschreckend, was wir so alles mit unseren Lebensmitteln nach Hause bringen, ohne dass wir es wissen. Vollkornbrot wird mit Zuckercouleur eingefärbt, ein Lebensmittelzusatzprodukt, das unbeschränkt zugefügt werden darf. Zuckercouleur wird aus Glukosesirup karamellisiert.  Aus allen Wolken fiel ich, als ich auf der Inhaltsangabe von Wiener Würsten den Hinweis auf Weizen las. Und dies ist kein Einzelfall, in unglaublich vielen Produkten wird Weizenmehl zum Strecken beigefügt.

Wie bei den Light-Produkten wird bei glutenfreien Produkten der Anteil an Fett und Zucker erhöht, um einen guten Geschmack und Konsistenz zu erreichen. Ebenso wie mit Lightprodukten nimmt man mit glutenfreien Produkten alleine nicht ab.

Man nimmt allerdings ab – zumindest in der ersten Zeit der Umstellung, weil man generell weniger Brot, Nudeln und andere Kohlehydrate zu sich nimmt. Doch nach einiger Zeit gewöhnt sich der Körper auch an diese Ernährungsumstellung und das Gewicht stagniert.

Wer weiter abnehmen möchte, muss seine Kalorienzufuhr verringern, sprich muss auch bei glutenfreier Ernährung weniger essen und mehr Kalorien verbrennen, als er zuführt. Und dies geht nur mit sportlicher Betätigung. Also nur mit einer ausgewogenen Ernährung, die durchaus glutenfrei sein kann, und einem passenden Sportprogramm purzeln die Pfunde.

Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung macht der Verzicht auf Gluten zur Gewichtsreduzierung insofern Sinn, weil die Lebensmittel genauer und aufmerksamer betrachtet werden und Fertigprodukte fast immer aus dem Rennen sind, weil sie Weizen- oder Getreidebestandteile enthalten. Auf so manche schnelle  Leberkässemmel beim Stadtbummel oder fetttriefenden Pizza am Abend muss bei einer glutenfreien Ernährung verzichtet werden und stattdessen gibt es unterwegs eine Banane und abends eine Süßkartoffelpizza. Salate und Hülsenfrüchte stehen bei einer glutenfreien Ernährung im Mittelpunkt.

Wer an einer Glutensensivitität leidet oder zum Kreis der Weizen-Allergiker zählt oder Zöliakie hat,  für den ist der Verzicht auf Gluten zwingend und dauerhaft erforderlich.

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