LPGA: Step back to the past

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In einem knappen E-Mail teilte LPGA Präsidentin Vicki Goetze-Ackerman den Spielerinnen auf der amerikanischen Profitour mit, was ab sofort nicht mehr auf den Fairways als Kleidung akzeptiert wird. Eine Kleiderordnung aus höchster Hand sozusagen.

Untersagt (bei 1.000 US-Dollar Strafe im Fall der Nichtbeachtung) sind ab sofort sogenannte Racerbacks ohne angedeutetem oder richtigem Kragen. Racerbacks sind die Kleidung vieler Sportlerinnen wie Leichtathletinnen, Tennisspielerinnen im Profibereich.

Rio 2016: Lexi Thompson dropt im Bunker an Grün 8. © Trish Jones.

Racerbacks im Golfbereich kamen  beim ersten Major des Jahres 2016 in die Öffentlichkeit, Michelle Wie trug bei der Ana Inspiration 2016 zum ersten Mal eine Racerback mit Kragen ihres Ausstatters Nike. Im August 2016 sah die ganze Welt dem amerikanischen Damenteam im Golf (Lexi Thompson, Gerina Piller und   ) in kragenlosen Shirts mit kleinem Arm am ersten Turniertag und auf der zweiten Runde in einem klassischen Racerback mit Kragen zu. Inzwischen stattet auch Puma seine Spielerin Lexi Thompson mit Racerback mit Kragen aus.

Im Herbst 2017 trat Michelle Wie zum ersten Mal in einem Racerback ohne Kragen an und seit Jahren trägt Michelle Wie sehr kurze Röcke. Nun platze der LPGA der Kragen und sie legte eine sogenannte Kleiderordnung an.

Sicherlich können einige Spielerinnen diese sehr athletische Mode nicht tragen, aber an Michelle Wie und Lexi Thompson, die beide sehr schlank und sehr athletisch sind, sah die Mode sehr gut aus. Ich bin auch sicher, dass eine Michelle Wie Vorbild für viele junge Mädchen ist und diese zum Golf spielen animiert. Ein klassisches Polo ist halt nicht „hipp“ für die Jugend, die wir so gerne als Nachwuchs haben möchten. Doch nur mit einem Rickie Fowler oder einer Michelle Wie mit farbigen Haarsträhnen und in US-Farben lackierten Fingernägeln können wir der Jugend zeigen, Golf ist nicht altmodisch, langweilig und fad.

Natürlich wird es immer Golfclubs geben, die auf eine strenge Kleiderordnung achten und es wird auch Mitglieder in diesen Golfclubs geben, die sich dieser konservativen Meinung anschließen. Das ist auch gut so, denn Traditionen sollen durchaus hochgehalten werden. Aber das Angebot an Golfplätzen – vor allem in den USA, aber auch bei uns in Deutschland mit den 9-Loch-Plätzen ist so groß, dass wir hier durchaus eine jüngere sportliche Mode durchgehen lassen können, ohne dass das Abendland untergeht und der Golfsport seinen Reiz verliert.

Es sollte für jeden die Möglichkeit geben, nach seiner persönlichen Vorliebe, Golf zu spielen. In Jeans, in Leggins mit Skort oder Shorts, in kragenlosen Racerback oder in klassischen Polos. Ich erinnere mich noch gut an die Wehklagen, als der Tennissport bunt wurde. Heute gehe ich mit meinem Hund täglich an einem Tennisplatz vorbei und sehe dort wunderschöne Tenniskleidung in allen Farben – aber kaum noch in Weiß. Dafür sehe sportliche Mode, die den ganzen Tag bequem ist.

Was ist nicht möchte, ich mich so anziehen zu müssen, dass jeder gleich auf hundert Schritt erkennt: Haha, sie geht auf den Golfplatz, weil ich mit Karohose und Poloshirt mit Kragen und Ärmel unterwegs bin. Heute gibt es sportliche und funktionelle Golfmode, die jede Bewegung mitmacht.

Golfrock von adidas, sportliche Leggins und ein einfaches T-Shirt für die Yogarunde.

Seit vielen Jahren verfolge ich die Tour im Fernsehen (sofern möglich) und sehe mir die Fotos jeder Spielerin an, was die Profis so als Kleidung haben, ist mir in letzter Zeit niemand der bekannteren Spielerinnen außer Michelle Wie aufgefallen, die kragenlose Racerback, kurze Röcke oder Leggins ohne Rock oder Shorts an hatte. Mir kommt es ein bisschen vor, als ob die LPGA hier ein Exempel statuieren wollte, ohne eine größere Notwendigkeit.

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