Golf hilft bei Migräne

Volkskrankheit Migräne: 120 Millionen Menschen in den Industrieländern leiden, der MigräneLiga e.V. zufolge, an der komplexen Kopfschmerzerkrankung. Ín Deutschland haben rund 80 Prozent der Menschen oft Kopfschmerzen oder Migräne-Attacken. Auslöser ist in vielen Fällen Stress.
Migräne bedeutet häufig eine Auszeit für die Lebensfreude: Der starke, einseitige, klopfende bis pulsierende Kopfschmerz hält bis zu 72 Stunden an, wird oft von Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen, Licht-, Geräusch- und Geruchsüberempfindlichkeit begleitet und setzt den Betroffenen quasi schachmatt. Der Alltag wird für ihn zur Qual.


Bewegung gegen Migräne

Volkskrankheit Migräne. Foto: Christin Klose/dpa picture allianz

Medikamentöse Therapien helfen, aber nicht weniger wichtig sind präventive Maßnahmen. Entspannungstechniken, eine gesunde Lebensführung und Sport können Betroffene aus der Pillenfalle retten. Mediziner raten den Patienten zu moderaten Ausdauersportarten. Diese können bei regelmäßiger Ausübung nachweislich Migräne-Attacken verringern: Studien belegen, dass zum Beispiel drei Mal die Woche Joggen oder Walken die Zahl der Kopfschmerz-Attacken um 20 bis 45 Prozent zurückgehen lassen kann. Dass auch Golfen positiv wirkt, bestätigt Lucia Gnant. Die Präsidentin der MigräneLiga e.V. Deutschland leidet seit über 44 Jahren an Migräne: „Seit ich golfe, benötige ich weniger Akut-Medikamente. Golfen ist meine Prophylaxe gegen Migräne!“


Bewegung tut gut

Ob Bluthochdruck, Diabetes, Depression oder aber Migräne – der Empfehlung zu moderatem Ausdauersport kann sich kaum einer entziehen, der von diesen Krankheiten betroffen ist. Während zu intensive Sportarten, wie zum Beispiel Tennis, Migräne-Anfälle begünstigen können, wirken moderate Belastungen bei vielen Erkrankungen vorbeugend. „Ob Fahrradfahren, Schwimmen, Nordic Walking oder Golfen – auf das richtige Maß kommt es an“, so Gnant. Migräne-Patienten nehmen mehr Reize als Gesunde war. Das Gehirn bekommt dadurch schnell ein Zuviel an Reizen und reagiert mit einer Kopfschmerz-Attacke. Umso wichtiger ist es deshalb, vorbeugend aktiv zu werden und Stress abzubauen.** Dies gelingt durch regelmäßigen Sport, der als nicht medikamentöse Therapie auch bei Kopfschmerzerkrankungen hilfreich ist, wie Dr. Charly Gaul von der Migräne- und Kopfschmerzklinik in Königsstein/Taunus bestätigt: „Menschen, die Ausdauersport betreiben, haben meist weniger Migräne-Anfälle als Menschen, die untrainiert sind.“ Gnant rät: „Wichtig ist, eine sportliche Betätigung für sich zu entdecken, die einem Freude macht“. „Bei mir ist es eben das Golfen. Es ist genau das Richtige für einen kopflastigen Menschen wie mich. Golfen ist gesellig, macht Spaß und den Kopf frei, entspannt mich und wirkt präventiv gegen Migräne, da es den Stress abbaut!“


Golf senkt den Cortisol-Spiegel

Tatsächlich senkt Golfspielen im Vergleich zu anderen Ausdauersportarten den Cortisol-Spiegel besonders auffällig, wie eine Studie von Dr. Petra Sommer von der Kurklinik Am Maasberg in Bad Sobernheim belegt: Schon beim Spiel und auch kurz danach kommt es zu einem starken Anstieg des Dopamin- und des Serotonin-Spiegels.

Dopamin und Serotonin gelten im Volksmund als Glückshormone. Während Dopamin einen Glückskick gibt, erzeugt ein hoher Serotoninspiegel das auch von anderen Ausdauersportarten bekannte Hochgefühl. Dabei sind beim Golf die Werte häufig höher als bei Marathon, Tennis oder Fußball und es kommt zur Hormonausschüttung auch dann, wenn man einfach nur so gespielt hat. Zugleich ist ein starkes Absinken des Cortisol-Spiegels nach dem Golfen festzustellen. „Ein eindeutiges Zeichen, das beim Golfen Stress abgebaut werde. Der Körper reagiert von allein positiv auf den Sport. Golfen trainiert die geistige Leistungsfähigkeit, verbessert die Stresstoleranz, liefert Erfolgserlebnisse und gibt dem Menschen eine Struktur, eine Aufgabe“, sagt Dr. Sommer.„Ruhige Sportarten wie das Golfen sind ideal, um den Alltag hinter sich zu lassen. Sie helfen, sich auf sich selbst zu besinnen und zur Ruhe zu kommen“, bestätigt VcG-Geschäftsführer Marco Paeke.„Schon das Bälle-Schlagen auf der Driving Range ist das beste Anti-Stress-Training. Man konzentriert sich allein auf den Ball, genießt die Natur und lässt den Alltag hinter sich!“


„Schade, dass es Golf nicht auf Rezept gibt“

Bei kardiologischen Erkrankungen, Multipler Sklerose, Krebs, Burnout und nach Schlaganfällen wird Golf bereits als Präventions- und Rehasport eingesetzt. Dass sich die Bewegung an der frischen Luft ohne Leistungsdruck und ohne den Gruppenzwang einer Mannschaftssportart auch positiv auf die Verfassung von Migräne-Betroffenen auswirkt, weiß Lucia Gnant: „Um das Stress-Level abzubauen und der Migräne vorzubeugen, ist das Golfen sehr zu empfehlen, am besten mehrmals die Woche. Mir als berufstätiger Migräne-Betroffene tut es außerordentlich gut.“ Ihre Begeisterung gibt sie an andere weiter: „Nicht jeder mag joggen oder schwimmen. Wir möchten unseren Mitgliedern deshalb Alternativen zu den von den Medizinern empfohlenen moderaten Ausdauersportarten aufzeigen“, so Gnant. „Mit den Regional-Gruppenleitern der Migräne-Liga e.V. haben wir einen Golf-Schnupperkurs besucht, der die Teilnehmer überzeugt hat! Einige unserer über 100 Selbsthilfegruppen haben die Idee bereits aufgegriffen und ebenfalls Golfplätze aufgesucht. Schade, dass es das Golfen noch nicht auf Rezept gibt!“

Quelle: VcG

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