Ein Plädoyer für Ostern



Ich weiß nicht, ob es an meiner Kindheit in Italien liegt, doch für mich ist Ostern das Größte der Familienfeste.

Schon Ende August liegen die Schoko-Nikoläuse in den Geschäften und noch vor dem Oktoberfest kommen die Lebkuchen dazu. Spätestens ab dann beginnt der Run auf Weihnachten. Da kann man noch so standhaft sein, bei einer viermonatigen Belagerung durch das Hüftgold in jedem Laden, wird man irgendwann schwach. Da lobe ich mir Ostern, statt Lebkuchen, Printen, Vanillekipferl und armlangen Nikoläuse aus Vollmilch es zu Ostern kleine niedliche Schoko-Hasen, sogar mit einer kleinen Klingel, die jedes heimliche Naschen verhindert.

Auch in Sachen Backen hat Ostern die Nase vorn. Ein klassischer Osterzopf aus Hefeteig schmeckt am besten wenn er frisch gemacht ist. Ein klassischer Weihnachtsstollen sollte gut vier Wochen ruhen, bevor er angeschnitten wird. Wer denkt schon Mitte November an die Weihnachtsbäckerei? So bleibt meist nur Mitte Dezember die Wahl, Muffins im Weihnachtslook auf die Schnelle zu kreieren. Auch strotzt die Weihnachtsbäckerei nur so von exotischen Gewürzen und Früchten. Anis, Nelken, Pigment, Muskat, Sternanis, und was man sonst noch so alles braucht, liegt dann 50 Wochen ungebraucht im Schrank. Ein schöner Osterzopf braucht etwas Hefe, Rosinen je nach Gusto und höchstens noch einen Zuckerguss.

Spätestens ab Anfang Dezember beginnt der Jahresendspurt. Alle Bekannten, die man ein Jahr nicht gesehen hat, müssen sich noch in diesem Jahr mit einem treffen. Also ob es kein neues Jahr danach mehr gäbe. Auch in Geschäftsleben schließen alle ihre Buchhaltung ab und jeder will oder muss seine Konten abstimmen. Dabei ist versinkt Business-Germany ab dem 15. Dezember im Glühwein-Dampf, denn Entscheidungen sind im Dezember nicht zu erwarten.

Vielleicht liegt es daran, dass Ostern ein beweglicher Feiertag ist, dass hier die übliche Feiertags-Ralley ausbleibt. Ostern wird immer am  Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. So kann Ostern zwischen März und April pendeln. Dies legte das Konzil von Nizäa im Jahr 325 fest. Aber auch urlaubstechnisch ist Ostern der einfach der Hit. Wenn es unglücklich läuft, fällt der 24. Dezember auf einen Freitag und die beiden Weihnachtsfeiertage decken sich mit dem Wochenende. So nicht an Ostern, der Karfreitag ist unverrückbar frei, ebenso wie der Ostermontag.

Und schließlich ist der letzte Aspekt an Ostern für mich der wichtigste: Spätestens an Ostern beginnt das Frühjahr und somit auch die Golfsaison. Und traditionell gibt es an Ostern die ersten Erdbeeren des Jahres.

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