Was die Herren von den Damen lernen können

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Nach 112 Jahren wurde Golf wieder olympisch und im Vorfeld ging bereits das große Gerangel los: Insgesamt 13 der männlichen Topspieler weigerten sich nach Rio zu reisen. Und das Geschrei in den Golfmedien war groß. Was nun immer die wirklichen Gründen hinter den Absagen vielen Größen im Golfsport sind, bleibt wohl immer deren Geheimnis. Doch warum konnten sich die männlichen Topspieler nicht für die Ehre für ihr Land zu spielen begeistern? Geht es den Herren wirklich immer nur um Punkte und Siegprämien? Der Schluss liegt nahe.

Die gesamte weibliche Weltrangliste ist in Rio am Start

Ganz anderes die Frauen. Hier gab es nur eine Absage, Lee-Ann Pace aus Südafrika sagte mit Hinweis auf das Zika-Virus ab.

Alle anderen Topspielerinnen angefangen von der aktuellen Nummer Eins der Weltrangliste freuen sich auf die Spiele.

Lydia Ko, die das erste Major des Jahres 2016 gewonnen hat und derzeit das Rolex-Ranking anführt sagt: Ich konnte zwar das Finish (der Herren) nicht sehen, denn ich musste auf die Proberunde. Aber ich konnte die begeisterten Fans hören und als ich fertig war, konnte ich die Medaillen-Gewinner Matt Kuchar, Henrik Stenson und Justin Rose sehen. Ich konnte sogar ein Foto mit der Goldmedaille machen und ich hoffe, das steckt mich an.“

Die Neunzehnjährige hat sich bereits die ganze Saison auf Rio eingestimmt: “ Die Olympischen Spiele sind mein größtes Ziel in diesem Jahr. Zunächst bin ich stolz, Neuseeland zu repräsentieren und wenn ich am Samstag eine Gold-Medaille habe und auf dem Siegertreppchen stehe, wird dies ein unvergleichlicher Höhepunkt. Ich weiß nicht, ob ich die Medaille jemals abnehmen werde.“ Auch mit ihrer Begeisterung für das Olympische Dort hält die Neuseeländerin nicht zurück: „Ich gehe in das Olympische Dorf und treffe dort so viele Athleten. Wir essen alle gemeinsam in einem Zelt. Man sagt, es sei das zweitgrößte Zelt der Welt, dann bin ich auf das größte Zelt gespannt. Auf  alle Fälle ist eine total gute Stimmung im Team, es macht Spaß die Uniform zu tragen und dann rauszugehen und den Herren zuzusehen.“

Auch der Nummer 2,  Arita Jutanagarn  aus Thailand, kam es nie in den Sinn, die Spiele zu boykottieren. “ Ich bin total aufgeregt auf diesen besonderen Moment in meinem Leben, wenn ich die Möglichkeit habe, bei den Olympischen Spielen abzuschlagen. Das ist wirklich cool“. Jutanagarn hat alleine in diesen Jahr bereits vier Turniere gewonnen.

Überfliegern Brooke Henderson aus Kanada, die gerade zum zweiten Mal die Women’s PGA Championship und die Women’s British Open gewann, freut sich ebenso auf ihren Start in Rio. „Ich sehe mir immer die Olympischen Sommer- und Winterspiele an. Ich sehe gern den Athleten zu und weiß, welch harte Arbeit es ist, so gut zu sein. Ich weiß, wie hart sie trainieren müssen, um auf diesem Stand zu sein.  Es ist atemberaubend, jetzt einer dieser Athleten zu sein und sich umzusehen, und zu sehen, wie wieviel diese Teilnahme jedem einzelnen Athleten bedeutet. Das ist wirklich eine Wahnsinns-Erfahrung“, so die aktuelle Nummer 3 der Weltrangliste.

Ariya Jutanagarn und Brooke Henderson befinden sich gerade auf dem Höhepunkt ihrer jeweiligen Karriere und unterbrachen ihre Turniersaison für die Olympischen Spiele.

Lexi Thompson, aktuell Nummer Vier der Weltrangliste tritt gemeinsam mit Stacy Lewis, Gerina Miller für die USA an.

Mit 46 Jahren sind sie die älteste Teilnehmerin im 60-köpfigen Teilnehmerfeld: Catriona Matthew, die vielen Golffans von den Solheim Cups 2013 und 2015 ein Begriff ist. Sie fühlt sich von Olympiasieger und Landsmann Justin Rose inspiriert und hofft: „Ich habe ein bisschen dem Spiel von Justin zugesehen und es war begeisternd. Hoffentlich schaffen wir dieses Ergebnis auch. Es ist fantastisch, was er erreicht hat und sein harter Schlusskampf zwischen ihm und Hendrik (Stenson) war großartig für den Golfsport. „

Die zweite Engländerin Charley Hull, konnte dem Sieg noch Justin Rose nicht folgen, da sie gerade im Landeanflug auf Rio war. Aber sie findet es cool, dass Rose gewonnen und eine Goldmedaille bekommen  hat

Miriam Nagl mit dem ersten Abschlag (Photo by Tristan Jones/IGF)

Miriam Nagl mit dem ersten Abschlag (Photo by Tristan Jones/IGF)

Die Eröffnung des Turniers erfolgt durch die Doppelstaatlerin Miriam Nagel, die für Brasilien antritt, weil sie dort geboren ist. Sie sagte sofort zu, als Brasilien anfragte, ob für Brasilien starten wolle. „Ich bin überwältigt, ich bin überglücklich, diese Ehre zu haben. „

Auch die amerikanische Golfjournalistin Beth Bethel sieht für die Frauen eine große Chance, ihr Golfspiel einem weltweitem Publikum vorzustellen. Sie ist sich sicher, dass im Fußball-fixierten Brasilien die jungen Frauen künftig Mirjam Nagel und Victoria Lovelady nacheifern.  Auch Bethel fragt sich, wieso Frauen, auch im gebärfähigen Alter, ohne weitere Diskussion nach Rio reisen, unbeeinflusst von einem Zika-Virus.

Ihr Artikel ist in englisch auf golficity.com erschienen. Lest hier den vollständigen Artikel:

 

Titelbild:

Miriam Nagl (Photo by Tristan Jones/IGF)

Miriam Nagl (Photo by Tristan Jones/IGF)

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