Suffragette Taten statt Worte – sehenswert

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#suffragetteAlles blickt zurzeit nach Berlin, wo die Internationalen Film Festspiele stattfinden. Vor allem die neue Vorsitzende der Jury, Meryl Streep wurde mit standing ovations bei der Eröffnung begrüßt.

Zwar wird ihr neuer Film nicht auf der Berlinale gezeigt, denn er lief schon im Oktober 2015 als Eröffnungsfilm des London Film Festivals. Regie führte  die Britin Sarah Gavron, die mit Brick Lane Bei uns läuft der Film seit 4. Februar in den Kinos und am letzten Wochenende habe ich es mal wieder in einen Kinosessel geschafft.

Der Begriff Suffragette geistert ja immer in unserem Sprachgebrauch herum, mal mehr, mal weniger negativ belegt. Das Filmdrama Suffragette erzählt die authentische Geschichte der Frauenbewegung in England, die schließlich gewalttätig werden mussten, um das Wahlrecht zu erlangen.  Manchmal denke ich daran, wenn ich die Zahlen der Wahlbeteiligung in Deutschland höre, es gab Männer und Frauen, die darum hart gekämpft haben und wir heute nehmen es als selbstverständlich hin. Oder schätzen dieses Recht nicht und verzichten aus den unterschiedlichsten Gründen auf eine Ausübung.

Emily Wilding Davison (Natalie Press) und Maud Watts (Carey Mulligan) beim Epsom Derby © 2016 Concorde Filmverleih GmbH

Emily Wilding Davison (Natalie Press) und Maud Watts (Carey Mulligan) beim Epsom Derby © 2016 Concorde Filmverleih GmbH

Doch nun zurück zum Film. Oscarpreisträgerin Meryl Streep spielt überzeugend Emmeline Pankhurst, die 1903 in London die Women’s Social and Political Union (WSPU) gründet. Diese Rolle ist der großartigen Schauspielerin fast auf den Leib geschneidert. Das erklärte Ziel der WSPU ist es, das Wahlrecht für Frauen zu erlangen. Heute schlichtweg unvorstellbar, doch um die Jahrhundertwende hatten nur Männer das Recht zu wählen. Zunächst beginnen die Frauen mit friedfertigen Aktionen, die jedoch nichts bringen. Brav verteilen sie Plakate und halten Reden in den Parks und auf den Straßen.

Violet (Anne Marie Duff) wird bei einer Demonstration gewaltsam abgeführt © 2016 Concorde Filmverleih GmbH

Violet (Anne Marie Duff) wird bei einer Demonstration gewaltsam abgeführt © 2016 Concorde Filmverleih GmbH

Im Jahre 1912 werden sie aufgrund des bisherigen Erfolglosigkeit, radikaler. Sie ketten sich auf öffentlichen Plätzen an, organisieren Demonstrationen, die gewaltsam aufgelöst werden und werfen Fensterscheiben ein. Nachdem die friedfertigen Worte nicht halfen, lassen die Aktivistinnen nun Taten folgen. Zu diesem

Maud (Carey Mulligan) in der Wäscherei © 2016 Concorde Filmverleih GmbH

Maud (Carey Mulligan) in der Wäscherei © 2016 Concorde Filmverleih GmbH

Zeitpunkt setzt der Film ein. Die Schauspielerin Carey Mulligan spielt die junge Wäschereiarbeiterin Maude, die durch ihre Kollegin Edith Ellyn, gespielt von Helena Bonham Carter zu den Suffragetten kommt.

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Maud (Careay Mulligan) mit ihrem Sohn George (Adam Dodd) © 2016 Concorde Filmverleih GmbH

Der Film zeigt die damals herrschenden Lebensumstände, als Kind begann Maude in einer Wäscherei zu arbeiten. Sie heiratet früh und bekommt das erste Kind. Dem bestimmt noch weitere gefolgt wären, hätte sie nicht ihr Leben geändert und sich den Ansichten der Suffragetten angeschlossen. Der Film zeigt die damals vorherrschende Meinung, Frauen haben keine politische Meinung, sie seien unselbstständig und können nicht für sich selbst sorgen.

Übrigens, die Einführung des Wahlrechtes für Frauen 1928 hat Emmeline Pankhurst nicht mehr erlebt. Sie starb kurz vorher.

Violet Miller (Anne Marie Duff), Maud Watts (Carey Mulligan) und Edith Ellyn (Helena Bonham Carter) © 2016 Concorde Filmverleih GmbH

Violet Miller (Anne Marie Duff), Maud Watts (Carey Mulligan) und Edith Ellyn (Helena Bonham Carter) © 2016 Concorde Filmverleih GmbH

 

 

Suffragette the film




Suffragette the film


100

Sehenswert

10/10

    Handlung

    10/10

      Spannung

      10/10

        Pros

        • Meryl Streep in einer Paraderolle
        • Tolle Kostüme
        • Realistische Darstellung

        Cons

        • Das Thema hätte schon viel früher verfilmt werden sollen


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